Land und Leute



 Die Höchsten Berge und zwei Meere, Stierkampf und Flamenco. Movida, Marcha und Paseo

 



Kein anderes Gebiet Spaniens ist so reich an Kontrasten wie Andalusien. Küstensonne und ewiger Schnee liegen gerade eine Autostunde voneinander entfernt, steinreich und bitterarm oft nur ein paar Schritte. Abwechslung ist in der reizvollsten Reiseregion Spaniens garantiert. Andalusien hat das Spanienbild im Ausland geprägt. Vieles das als .typisch spanisch. angesehen wurde und wird, ist tatsächlich .typisch andalusisch. Andalusien ist die Heimat des Flamenco, des Sherry und des modernen Stierkampfs; Carmen und Don Juan sind Andalusier. Andalusien, um nur einige der gängigen Vorstellungen aufzugreifen, bedeutet alte Männer auf Mauleseln, bedeutet heißblütige Zigeuner, bedeutet den Klang von Gitarren und Kastagnetten, bedeutet bitterarme Tagelöhner, blumengeschmückte Innenhöfe und Kampfstiere auf hitzeflirrenden Feldern.Klischees, gewiss. Doch so oft sie auch bemüht werden, teilweise treffen sie immer noch zu. Allerdings, denn das haben Klischees so an sich, sagen sie nicht einmal die halbe Wahrheit. Andalusien ist in sich so gegensätzlich, wie eine Region nur sein kann. Dass die Sierras der Provinz Almeria die trockenste Region Europas sind, passt ins gängige Bild. Da erscheint es kaum glaublich, dass gleichzeitig in der Sierra de Grazalema, keine 50 km von der Costa del Sol entfernt, alljährlich die höchste Niederschlagsmenge Spaniens gemessen wird. Wenn an der Küste noch oder schon wieder gebadet werden kann, wedeln Skiläufer die Hänge der Sierra Nevada hinunter. Verschlafene .Weiße Dörfer. hier, Touristenmoloch Torremolinos da . alles Andalusien. Und von der wundervollen Moschee Mezquita in Cordoba oder der herrlichen Burg Alhambra in Grenada war noch gar nicht die Rede...

Landschaft und Geographie
Andalusien ist die südlichste Region des europäischen Festlands und auch diejenige, die Afrika am nächsten liegt: Die Stadt Tarifa, fast genau auf dem 36. Breitengrad gelegen, ist von Marokko gerade mal 14 km entfernt. Geographisch gliedert sich Andalusien in zwei Gebirgszüge und das zwischen ihnen liegende Tal des Rio Guadalquivir, das im Westen als ebenes Marschland zum Atlantik ausläuft. Spanische Nachbarregionen sind die Autonomen Gemeinschaften Murcia im Osten, sowie Kastilien . La Mancha und die Extremadura im Norden; im Westen grenzt Andalusien an Portugal und im Süden an Mittelmeer und Atlantik.
Die Sierra Morena, der nördlich der beiden Gebirgszüge, bildet den Rand der Kastilischen Hochebene (Meseta) und fällt zum Rio Guadalquivir hin steil ab, durchgezogen von Nebenflüssen des großen Stroms. Obwohl ihre größte Höhe nur 1323 m erreicht, markiert sie die natürliche nördliche Grenze Andalusiens.
Das Tal des Rio Guadalquivir und seiner Seitenflüsse, vom Winterregen bewässert und mir fruchtbaren Sand- und Lehmböden gesegnet, ist die Lebensader Andalusiens; hier lebt der Großteil der Bevölkerung. Das etwa dreieckige Gebiet besteht im östlichen Bereich um Cordoba aus flachem Hügelland, westlich von Sevilla dagegen aus völlig ebenem, teils sumpfigem Tiefland. 650 km misst der Strom zwischen seiner Quelle in der Sierra de Cazorla und der Mündung in den Atlantik; bis Sevilla ist er schiffbar.
Die Cordillera Betica (betische Kordillere) bildet den südlichen, deutlich ausgedehnteren und weit höheren der beiden Hauptgebirgszüge Andalusiens. Sie reicht von der Grenze der Autonomen Gemeinschaft Murcia bis Gibraltar; ihre Ausläufer fallen sanft bis dicht vor die Küste ab. Die größte Höhe erreicht die betische Kordillere südlich von Granada in der Sierra Nevada: Mulhacen (3481 m) und Pico de Veleta (3392 m) sind die höchsten Berge der Iberischen Halbinsel.
Die Küsten Andalusiens, satte 630 Kilometer, verteilen sich auf zwei Meere.

Die Costa del Sol,
die sich am Mittelmeer von der Provinz Granada bi hinunter nach Gibraltar erstreckt, ist weithin bekannt. Ein mittlerweile unrühmlicher Bekanntheitsgrad: Die .Sonnenküste. gilt als Paradebeispiel für die rücksichtslose Überschließung eines Urlaubsgebietes.


Die Costa de Almeria,
eigentlich ein von der Provinz für sich reklamiertes Stück Costa del Sol, zeigt, dass es auch anders geht. Westlich von Almeria liegen zwar ebenfalls großflächige Urbanisationen und leidergottes viele Gewächshäuser, im Osten dafür sehr reizvoll.
















Die Costa de la Luz,
die andalusische Atlantikküste, ist auf weiten Strecken (bislang) von der Urbanisierung verschont geblieben. Ein paar Apartmentkomplexe hier, die ein oder andere Hotelanlage da . das ist schon alles...




 

 


Die Costa de la Luz schickt sich an eine Alternative zur Costa del Sol zu werden

 

 

Die Costa de la Luz zwischen Algeciras und Huelva ist im Vergleich zu der viel bekannteren Costa del Sol der Teil Andalusiens, der mit dem reicheren kulturellen Erbe ausgestattet ist. Darüber hinaus besitzt diese Region einen außerordentlichen landschaftlichen Reiz. Das gigantische Naturschutzgebiet um das Delta des Guadalquivir, die städtebaulichen Preziosen Sevillas, die ausgedehnten Wälder von Parasolpinien, die reizvollen Formationen der Atlantikküste mit ausgedehnten und immer noch leeren Sandstränden sind nur einige der Vorzüge dieser noch unverbrauchten Gegend.

Für Sportbegeisterte bietet die Costa de la Luz eine Reihe sehr guter und bezaubernd angelegter Golfplätze. Die Golfplätze des westlichen Andalusiens und der Costa de la Luz sind überwiegend noch recht jung, dennoch haben sich bereits vier ganz große Namen des Golfsports dort als Architekten betätigt: Severiano Ballesteros, Jose Maria Olazabal, Jack Nicklaus und Garry Player.

Aber auch kulinarisch kommt man auf seine Kosten. Der, im Gegensatz zum Mittelmeer sehr saubere Atlantik liefert der Region wunderbar frischen Fisch und Krustentiere in Hülle und Fülle, der in unzähligen Restaurants und auch in kleineren Kneipen in vielen Variationen zubereitet und zu günstigen Preisen angeboten wird. Noch eine kulinarische Spezialität ist der in Jerez als Fino ausgebaute Wein, der in aller Welt bekannt ist: der Sherry. An der Costa de la Luz findet sich noch unverfälschte spanische Kultur und eine unverbrauchte Landschaft, fern der Hotelburgen und zu betonierter Küstenstreifen. Eine Gegend, die noch in den Anfängen ihrer touristischen Laufbahn steht und aus den Fehlern, der am Mittelmeer gelegenen Costa del Sol gelernt hat.






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